Ist Kaugummi kauen schlecht für die Zähne: Alles zu Kaugummis und Zahngesundheit
Kaugummi und Zahngesundheit: sinnvoll oder schädlich?
Kaugummi gehört für viele Menschen zum Alltag – sei es zur Erfrischung, nach dem Essen oder einfach aus Gewohnheit. Doch welchen Einfluss hat das Kauen tatsächlich auf die Gesundheit der Zähne? Eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass die Wirkung stark von der Zusammensetzung des Kaugummis und dem individuellen Kauverhalten abhängt.
Zuckerhaltige Kaugummis vermeiden
Kaugummis mit Zucker können der Zahngesundheit erheblich schaden. Der Zucker verteilt sich im Mundraum, bleibt lange haften und erhöht das Risiko für Karies. Besonders bekannte Kaugummis aus der Kindheit, die stark gesüßt sind, tragen dazu bei, dass Bakterien im Mund Zucker verstoffwechseln und dabei Säuren produzieren, die den Zahnschmelz angreifen. Wer also seine Zähne schützen möchte, sollte auf zuckerfreie Varianten zurückgreifen.
Xylit – ein besonders zahnfreundlicher Zuckeraustauschstoff
Deutlich vorteilhafter sind Kaugummis, die Xylit enthalten. Dieser Zuckeraustauschstoff wird von Kariesbakterien nicht verstoffwechselt. Normalerweise entstehen bei der Zuckerumwandlung Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Mit Xylit können diese Bakterien die Substanz nicht nutzen und „verhungern“ quasi, sodass die Entstehung von Karies gehemmt wird.
Die Menge an Xylit in handelsüblichen Kaugummis ist dabei unbedenklich. Studien, die mögliche Risiken im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchen, beziehen sich auf deutlich größere Mengen, die in der alltäglichen Ernährung vorkommen. Das Kauen von Kaugummis stellt in dieser Hinsicht kein Risiko dar.
Wann ist Kaugummikauen besonders sinnvoll?
Am effektivsten ist das Kaugummikauen nach den Mahlzeiten, insbesondere wenn die Zähne nicht sofort geputzt werden können. Durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt. Speichel hat mehrere Funktionen: Er neutralisiert Säuren, remineralisiert die Zähne und trägt dazu bei, Speisereste zu entfernen. So fühlt sich der Mund wieder sauber und frisch an.
Die empfohlene Kauzeit liegt bei etwa 5 bis 10 Minuten. Längeres Kauen kann das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur unnötig belasten.
Für wen Kaugummi nicht geeignet ist
Menschen mit craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) sollten Kaugummi eher meiden. Typische Anzeichen für CMD sind Schmerzen im Kiefergelenk, Verspannungen oder Knackgeräusche beim Kauen. In solchen Fällen kann Kaugummi die Beschwerden verschlimmern. Eine Alternative sind Xylit-Lutschpastillen, die den Speichelfluss fördern, aber das Kiefergelenk weniger stark belasten.
Kaugummi und Mundgeruch
Kaugummi kann Mundgeruch kurzfristig reduzieren, da die vermehrte Speichelproduktion Schwefelverbindungen verdünnt, die unangenehme Gerüche verursachen. Zudem überdecken Aromen wie Minze oder Erdbeere den Atem. Wichtig ist jedoch, dass Kaugummi die Ursache des Mundgeruchs nicht beseitigt. Zahnstein, Parodontitis, Karies oder eine belegte Zunge müssen gezielt behandelt werden, um den unangenehmen Atem dauerhaft zu reduzieren.
Kaugummi als Muskeltraining für die perfekte Jawline?
Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Kaugummikauen die Kieferpartie formen oder die Kaumuskulatur gezielt aufbauen kann. Wissenschaftlich lässt sich dies nicht bestätigen. Zwar kann häufiges Kauen die Kaumuskulatur leicht stärken, eine gezielte Veränderung des Gesichts ist jedoch nicht möglich. Übermäßiges Kaugummikauen kann sogar das Kiefergelenk überlasten. Die Kaumuskulatur, insbesondere der Muskulus Masseter, ist sehr kräftig – sie kann enorme Kräfte auf die Zähne ausüben, weshalb ein vorsichtiger Umgang empfehlenswert ist.
Fazit
Kaugummi kann einen positiven Beitrag zur Mundgesundheit leisten, wenn die richtige Variante gewählt wird. Zuckerfreie Sorten mit Xylit sind empfehlenswert und sollten nach den Mahlzeiten für wenige Minuten gekaut werden. Für Menschen mit bestehenden Kieferproblemen eignen sich Lutschpastillen als schonendere Alternative. Dennoch ersetzt Kaugummi keine regelmäßige Mundhygiene oder professionelle zahnärztliche Behandlung, wenn Zahnprobleme oder Mundgeruch auftreten.